-Klick für Klick zum flexiblen Privatheitsmanagement bei Gesundheits-Apps-
Das Projekt PRIMA, welches das Privatheitsmanagement von Gesundheits-Apps verbessern möchte, traf sich im November zum dritten Mal, diesmal beim Projektpartner Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften, konkret: im Leibniz-Institut für Bildungsmedien | Georg-Eckert-Institut (GEI) in Braunschweig. Dabei ging es vor allem darum, die Ergebnisse der ersten Interviews mit Patient:innen und Entwickler:innen von Gesundheits-Apps zu präsentieren und daraus gemeinsam die nächsten Handlungsschritte abzuleiten. Die Patien:inneninterviews, die von Diana Schneider, Fraunhofer ISI, geführt und ausgewertet wurden, zeigten, dass sich die Patient:innen sowohl umfassende als auch verständliche Informationen darüber wünschen, wer Zugang zu ihren Daten hat, für welchen Zweck die Daten verwendet werden und wie der Datenschutz sichergestellt wird. Auch möchten die Patient:innen stets die Kontrolle über die eigenen Daten behalten.
Prof. Dr. Ina Schiering, Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften, berichtete über ihre Interviews mit Softwareanbietern. Hier war das zentrale Ergebnis, dass es in den Unternehmen Bausteine und Konzepte zum Thema Datenschutz gibt, die übergreifend eingesetzt werden. Privacy Patterns spielen zwar in der Forschung eine große Rolle, sind in der Praxis hingegen bisher kaum bekannt. Auch wird bei der Entwicklung von Gesundheits-Apps beim Datenschutz noch zu wenig die Perspektive der Nutzenden mitgedacht.
Das Projekt-Team diskutierte deshalb den nächsten Schritt, innovative Konzepte zu wichtigen Bereichen der informierten Einwilligung in Form von Demonstratoren zu erstellen. Die Demonstratoren sollten wichtige Bedarfe der Patient:innen adressieren. Aspekte dabei sind: Welche Informationen sind für Patient:innen besonders wichtig und wie lassen sie sich mit Bildern, Audios oder Videos gut verständlich aufbereiten? Wie können bereits gegebene Einwilligungen beispielsweise mit Icons und Tabellen übersichtlich und transparent dargestellt werden? Inwieweit haben Patient:innen den Bedarf, Einwilligungen im Laufe der Zeit anzupassen und wie können sie dazu mit Ansätzen der Gamification (z. B. Avataren) motiviert werden?
Zu diesen Aspekten sollen im weiteren Projektverlauf Demonstratoren entwickelt werden, die Klick für Klick zeigen, wie ein einfaches, verlässliches und flexibles Privatheitsmanagement bei Gesundheits-Apps in der Praxis aussehen kann.



