Diana Schneider und Nils Heyen vom Fraunhofer ISI stellten am 1. Oktober 2025 aktuelle Ergebnisse des Projekts PRIMA auf der Jahreskonferenz der Plattform Privatheit im Fraunhofer Forum Berlin vor. Der Titel ihres gemeinsamen Vortrags lautete: »Einwilligen, aber informiert – Herausforderungen der informierten Einwilligung bei der Nutzung von Gesundheits-Apps aus Perspektive von Patient:innen«. Darin präsentierten sie die Ergebnisse der Einzel- und Gruppeninterviews mit Patientinnen und Patienten, die im Rahmen der ersten empirischen Phase von Oktober 2024 bis März 2025 durchgeführt worden sind. Wichtig sind den Patient:innen für ihre Selbstbestimmung demnach plausible Begründungen für einen Datenzugriff, wie beispielsweise Zugriff auf Kamera oder Standort des Smartphones. Untersucht wurde auch, inwieweit Patient:innen im Verlauf ihrer App-Nutzung – also entlang der „Patient Journey“ – ihre Datenschutzeinstellungen anpassen möchten, aber nur weniger als die Hälfte der Befragten findet eine solche kontextabhängige Anpassung ihrer Einwilligung wichtig. Für die zukünftige Gestaltung informierter Einwilligungen wünschen sich Nutzende ein mehrstufiges Zustimmungsverfahren, verschiedene Informationskanäle und zielgruppenspezifische Hilfsangebote. Als erste Lösungsvorschläge durch das PRIMA-Projekt wurden ein Chatbot, FAQs sowie eine Tabelle diskutiert, die typische Nutzungssituationen abbildet. Der Vortrag wurde aufgezeichnet und kann hier angesehen werden.
Ina Schiering und Ramona Adair von der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften in Niedersachsen hatten für die Jahreskonferenz ihre Arbeiten zur Nutzung eines Chatbots für Fragen zum Datenschutz auf einem Poster anschaulich zusammengefasst. Es lockte viele Konferenzbesucher:innen an und lud zu regem Austausch mit den beiden Wissenschaftlerinnen ein.
Schließlich trug das PRIMA-Team auch zu einem Workshop bei, der einen Tag zuvor im Rahmen des jährlichen Netzwerktreffens der Plattform Privatheit stattfand und von Harald Zwingelberg vom Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein (ULD) organisiert wurde. Hier tauschten sich verschiedene Projekte der Plattform Privatheit zur Frage aus, wie sich aus Betroffenenperspektive Datenschutzinformationen transparent und verständlich darstellen lassen.

Alle Fotos © Lars Hübner / Plattform Privatheit


